FISCHLEXIKON
Neunauge
Petromyzontiformes

Die Neunaugen kommen bei uns als Meeresneunauge, Flussneunauge und Bachneunauge vor. Sie gehören zu den Rundmäulern und besitzen statt Kiefern eine bezahnte Saugscheibe, mit der sie sich parasitär an ihre "Opfer" anheften, um durch ein festbeißen und ansaugen an deren Fleisch und Blut zu kommen.

Der Name dieser urzeitlichen "Fische" stammt aus der Summe von Auge, Nasenöffnung und den sieben Kiemenöffnungen. Die kieferlosen Neunaugen stehen, zusammen mit den im Meer lebenden verwandten Schleimaalen, in ihrer Entstehungsgeschichte noch weit vor den Fischen und sind somit eine vorläufige Urform aller Fischarten. Neunaugen haben keine Schuppen. Biologisch betrachtet gehören sie nicht zu den Fischen, sondern teilen sich mit diesen nur den notwendigen Lebensraum unter Wasser. Der Lebensraum der Neunaugen ist bei uns schwer bedroht und ihre verschiedenen Arten wurden wegen fehlender Rücksichtnahme, z. B. fehlender Aufstiegsmöglichkeiten oder Gewässerverschmutzung, über Jahrzehnte stark dezimiert.
