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  • Hurra, die neue Rote Liste für Hamburg ist da

    Es sind mittlerweile über 11 Jahre vergangen seit der letzten Aktualisierung der Roten Liste der Fische und Rundmäuler in Hamburg. Wissenschaftlich unter die Lupe genommen wurden in der neuen Auflage 72 Fisch- sowie Neunaugenarten (Rundmäuler) und dokumentiert. Die neue Ausgabe der Roten Liste der Süßwasserfische und Rundmäuler Hamburgs in 3. Auflage 2026. Quelle (bearbeitet): BUKEA Hamburg; Hintergrundfoto: Volker Hömmerling, dieangelschule Hamburg Mit den Roten Listen werden alle vorkommenden Arten von Tier- oder Pflanzengruppierungen systematisch und fachlich präzise aufgelistet. Die Roten Listen gibt es auf Bundes- und Länderebene für so gut wie alles in der Natur mit ihrer Flora und Fauna. Ihre wissenschaftliche und neutrale Form ist maßgebend für viele weiterführenden Forschungsarbeiten oder Naturschutzaktivitäten. Sie können bei Beurteilungen helfen oder in Verhandlungen, selbst zu juristischen Entscheidungen, beitragen. Die letzte Fassung der Roten Liste für Fische und Rundmäuler (Neunaugen) in Hamburg stammt aus dem Jahr 2015 (Atlas der Fische und Neunaugen Hamburgs). Seit dem ist leider viel Zeit vergangen, die Metropole Hamburg ist über die Jahre stark angewachsen, politisch und wirtschaftlich hat sich im flächenmäßig kleinen aber sehr reichen Bundesland Hamburg viel bewegt und verändert. Ein Standardwerk für Angelnde und Institutionen Die neue Rote Liste ist dabei nicht nur ausschließlich ein Warnzeichen für bedrohte Arten, sondern zeigt uns die Bestände zum Zeitpunkt ihrer Erfassung am besten an. Dabei kommen auch positive Entwicklungen und Wachstumsraten zum Vorschein, die ohne diesen Aufwand kaum oder gar nicht entdeckt worden wären. So haben sich einige Arten in ihrer Population wieder verbessert oder gar stabilisiert, während andere nun weiter zurückgehen oder sogar unauffindbar geworden sind. Hervorzuheben ist die verbesserte Entwicklung beim Bachneunauge, der Hasel, der Mühlkoppe (Groppe) und der Nase in Hamburger Gewässern. Auch die Bachschmerle, das Moderlieschen und der kleine Steinbeißer sind hier im Süßwasser gut vertreten. Die Weißfischbestände, wie zum Beispiel Brassen, Güster, Rotaugen, Rotfedern und Ukelei, sind allgemein mehr als gut zu bewerten. Invasive Arten, darunter die nordamerikanische Regenbogenforelle, der eher in Südeuropa beheimatete Wels (Waller) und die schädlichen asiatischen Graskarpfen sind in Hamburgs natürlichen Gewässern so gut wie nie zu finden oder zu fangen, was man ebenfalls als sehr positiv einstufen kann. Neu hinzu gekommen ist der Wolgazander, der erst um 2012 in Niedersachsen als erstes entdeckt wurde, sowie mehr Sonnenbarsche. Beim Aal gibt es bereits durch die EU verhängte Fangverbote an den Küsten und regionale Entnahmebegrenzungen im Binnenland. Der schlangeförmige Fisch wird fast nur noch besetzt (zugekaufte Glasaale) und kommt aus eigener Kraft kaum noch über natürlichem Wege in die Oberläufe der mitteleuropäischen Flüsse. Mit einem sogenannten Hamburger-"All-Taxi" werden die alten und geschlechtsreifen Tier aufwändig und teuer aus der Hamburger Bille mit Reusen eingefangen und anschließend in den Unterlauf der Elbe transportiert um sie zu entlassen. Ob mit solchen Methoden eine Fischart dauerhaft zu retten ist, bleibt sehr fraglich. Die Zahl der damit umgesetzten gesunden Aale pro Monat dürfte ungefähr soviel betragen, wie Aale-Dieter an seinem Räucherstand innerhalb von ein bis zwei Stunden jeden Sonntagmorgenauf dem Hamburger Fischmarkt an Besucher und Touristen verkauft. Insgesamt wurden 72 Arten aufgelistet und betrachtet. Stark bis sehr stark bedroht sind dagegen die Wanderfische wie die Störe, Lachse und die einst so riesigen Stintschwärme als auch die Bachforelle. Grund dafür ist eine Verbauung der Fließgewässer und Staustufen ohne ausreichende Aufstiegshilfen für die Fische. Ein weiterer Punkt ist die immense Umweltzertörung durch das Ausbaggern der Unterelbe für große Containerschiffe mit wachsendem Tiefgang aus aller Welt. Durch das Baggern wird extrem viel Sediment in der Elbe verbreitet und die Fleißgeschwindigkeit, und damit auch der Tidendruck bzw. -Hub, haben zugenommen. Beim europäischen Stör, und fast auch beim Lachs, redet man daher von ausgestorbenen Arten da diese beiden Fische zuletzt nicht mehr regulär in der Elbe und ihren Nebenflüssen nachweisbar waren. Für den Erhalt der Gewässernatur setzt man in der Hansestadt auf den Schutz der Uferzonen, der Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinien, besonders zur Regulierung und Reinigung des anfallenden Oberflächenwassers, und dem Schutz von Grünflächen. So sind in Hamburg mittlerweile 10 % der Landesfläche zu Naturschutzgebieten erklärt worden, damit dort keine Be- und Verbauung stattfinden kann. Die natürlichen Gewässerufer sind als grüne Streifen in einem Verbundsystem sehr gut vernetzt, wo keine baulichen Maßnahmen oder die landwirtschaftliche Nutzung stattfinden dürfen. Fast jede zweite Art ist in Hamburg bereits gefährdet Ein Handlungsbedarf bleibt sehr dringend bestehen. Der wirtschaftliche Leistungsdruck und die wachsende Besiedlung müssen mit der Natur vereinbar bleiben. Durch den Klimawandel wird es für viele Gewässer bei uns zusätzlich immer enger, womit wir bedrohten Arten mehr Aufmerksamkeit schenken sollten. Die Maßnahmen gehen heute nicht weit genug oder sind einfach zu langsam. Für die Überarbeitung war eine kleine Firma beauftragt worden mit Namen "Institut für angewandte Ökologie GmbH" aus Hessen mit rund 5-6 festen Mitarbeitern. Ein paar davon haben, laut Angaben auf der Internetseite, sogar einen Bootsführerschein. Die Auftragsvergabe durch Behörden geschieht meistens über ein offenes Bieterverfahren und wird dann gerne nach Sichtung der Preis- und Leistungsbeschreibung an jemanden übertragen. Der Name des aktuellen Werks heißt "Süßwasserfische und Rundmäuler Hamburgs", obwohl dort der Stint, Stör, Lachs, Meerforelle sowie das Meeresneunauge und die Flunder mit auftauchen - eine doch etwas freie bis irreführende Titelwahl. Das Werk wurde medienwirksam von Behörden und der amtierenden zweiten Bürgermeisterin und Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Frau Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) präsentiert. Wie weit die Politikerin an der Ausarbeitung beteiligt war und ob sie überhaupt heimischen Fisch konsumiert, verrät sie dabei leider nicht. Zu empfehlen wäre der gesunde und nachhaltige Fisch aus heimischen Gewässern politisch betrachtet allemal. Im Vorwort lobt Frau Fegebank den ehrenamtlichen Einsatz. Wen sie damit meint, bleibt dabei ein Geheimnis. Von Hamburger Anglerinnen und Anglern bzw. deren Vereinsarbeit und -Gelder sowie der jährlichen Fischereiabgabe fehlt hier leider jedes Wort. die Rote Liste der heimischen Fische und Neunaugen sollte allen Angelnden bekannt sein und für die Aus- und Weiterbildung in Schulen, Vereinen und Verbänden immer mit eingebunden werden. Die Kombination aus wissenschaftlichen Daten und detaillierter Beschreibungen machen die Roten Listen zu einem führenden Wissensinstrument und Nachschlagewerk. Autor: Volker Hämmerling, dieangelschule Hamburg Quellen: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) Hamburg; Norddeutscher Rundfunk NDR; Anglerverband Hamburg e.V. Link zur Rote Liste 2026, Rote Liste der Süßwasserfische und Rundmäuler Hamburgs (PDF):

  • Algenblüte oder Bakterien? Wie sich unsere Gewässer im Sommer verändern.

    Wenn sich die Gewässer im Hochsommer aufwärmen, verändert sich auch deren Flora und Fauna massiv. Häufig wird das Wasser trüber und grüner, und nicht selten bilden sich regelrechte grüne Schlieren an der Oberfläche. Dabei handelt es sich meistens um das explosionsartige Wachstum von Algen oder aber, mit zunehmender Häufigkeit, um diverse Bakterien, den sogenannten Blaualgen. Die Algenblüte, wenn ein unübersehbarer Teppich von Cyanobakterien an der Wasseroberfläche auftaucht. Foto: dieangelschule Hamburg, AdobeStock, Oleksandr Die ernstzunehmenden Warnungen vor Blaualgen tauchen dann in den Medien auf. Es bilden sich grüne Teppiche, wattige Wolken oder glibbrige Streifen an Ufern und der Wasseroberfläche. Wasserproben werden genommen und Messungen ergeben erhöhte Werte und überschreiten behördliche Maximal-Konzentrationsmengen. Häufig Folge ist eine Gewässerspeerung für Badegäste und andere Gewässernutzer mit direktem Kontakt zum Wasser. Früherkennung und Frühwarnketten spielen hier einer immer wichtigere Rolle. Was sind Blaualgen und wozu dienen sie? Blaualgen werden sie ganz trivial genannt. Doch tatsächlich sind sie keine Algen, sondern bilden in der Biologie eine sehr breite eigenständige Artengruppe von besonderen Mikrolebewesen, die alle zum Stamm der Cyanobakterien gehören. Die Biologen hatten sie bis vor wenigen Jahrzehnten immer der großen Gruppe des pflanzlichen Planktons untergeordnet. Die bahnbrechenden Entdeckungen kamen tatsächlich erst in den späten 80iger Jahren und werden wissenschaftlich inzwischen viel differenzierter betrachtet als früher. Mittlerweile wird die Welt der Cyanobakterein neu geordnet und ist bis heute tatsächlich noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Cyanobakterien sind Ein- bis Vielzeller und können unterschiedlichste Formen und Koloniestrukturen bilden. Es wurden inzwischen schon über 2.000 individuelle Cyanobakterien global katalogisiert. Darunter gibt es rund 40 identifiziert Arten, die für Mensch und Tier gefährlich werden können. Zellen mit hybridem Antrieb Das besondere an den Cyanobakterien ist, dass sie eigene Formen der Photosynthese beherrschen. Sie setzen, genauso wie grüne Pflanzen, mit Hilfe der energiereichen UV-Strahlung aus der Sonne neue Zuckermoleküle zusammen. Dafür benutzen sie jedoch gleich mehrere Blattfarbstoffe als wir es aus den Pflanzenzellen kennen und sind zudem effizienter in der Energieaufnahme bzw. Nährstoff-Verwertung. In der einfachen Photosynthese wird aus den zwei Bausteinen Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) einfache Glykose gebildet (Fruchtzucker, C6H12O6). Als Abfallprodukt, wie bei allen grünen Blattpflanzen auch, fällt Sauerstoff (O2) ab und wird an die Umgebung abgegeben. der Fruchtzucker ist danach ein elementarer Grundbaustein für die Zellen und weitere biochemische Prozesse. Diese Zellfarbstoffe der Cyanobakterien sind überwiegend blau, teilweise grün und manche auch rot. Der auffallend blauen Dominanz der Farbstoffe verdanken sie daher den "Vor"-Namen Cyano (altgriechisch: κύανος kýanos = blau). Anders als wir es von den grünen Pflanzen kennen, die das Sonnenlicht brauchen als Energielieferant, schalten die Cyanobakterien nach Sonnenuntergang einen zweiten Zellmotor an und verstoffwechseln dann den Stickstoff (N2). Damit bleibt ihnen eine zweite Wachstumsstrategie solange ihnen das UV-Licht der Sonne fehlt bzw. nicht mehr ausreicht. Diese Zelleigenschaften bringen den Cyanobakterien ein fortwährendes, schnelleres Wachstum mit exponentieller Vermehrung und ein Leben in den Tiefzonen der Gewässer und aller Ozeane. Doch leider produzieren die Bakterien auch viele weitere Abbauprodukte, wovon einige als giftig gelten (Toxine). Die Eigenschaften dieser Toxine wirken auf Tiere und Menschen in zu hoher Konzentration schädlich oder krankheitserregend. Der Treibstoff für das Leben an Land Cyanobakterien gibt es schon seit mindestens 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde. Auf dieses Alter deuten die ältesten nachweislichen Spuren hin und ergeben inzwischen die archäologischen Modellrechnungen vieler Evolutionsforscher weltweit. Sie gehören damit zu den ersten Lebensformen und verbreiteten sich über die Ozeane. Die Cyanobakterien finden sich heute auf der ganzen Erde. Sogar in die freie Atmosphäre gelangen sie und können sich mittels Verwirbelungen durch die Luft weiterverbreiten, wie wir es von vielen anderen Keimen, Sporen und Viren kennen. Den allergrößten weltweiten Anteil bildet das marine Cyanobakterium. Es ist in allen Meeren und Ozeanen neben dem Plankton allgegenwärtig und versorgt uns täglich mit neuem frei verfügbarem Sauerstoff in der Atmosphäre (ca. 25 % des marinen Sauerstoff weltweit). Selbst in unseren Böden und auf Pflanzen sind die Cyanobakterien nachweisbar vertreten, immer und fast überall nachweisbar. Die Eigenschaft der Cyanobakterien, als erste Lebensformen auf der Erde, den Sauerstoff zu produzieren war vermutlich auch der Ursprung, dass sich die Atmosphäre mit dem lebensnotwendigen Gas nach und nach anreicherte vor rund 2,4 Milliarden Jahren. Trotz dieser gewaltigen Leistungen liegt ihr Anteil an der Kohlenstoff-Biomasse auf der gesamten Erde gerade einmal bei 0,05 %. Es gilt den Ursachen den Kampf anzusagen Das vermehrte und immer häufiger auftretende explosionsartige Wachstum der Caynobakterien liegt vorrangig an vier Faktoren; der zunehmendn Erwärmung der Gewässer, ein Überangebot an Nährstoffen (Eutrophierung), einem niedrigeren pH-Wert im Wasser (besonders bei kalkarmen Gewässern und/oder hoher Verschmutzung) und viel verfügbares Sonnenlicht (energiereiche UV-Strahlung). Was auf den ersten Blick wirkt wie ein abstraktes Kunstwerk, ist ein Teppich aus abgestorbenen Algen am Gewässergrund eines Badesees in 4 Metern Tiefe. Foto: Volker Hämmerling, dieangelschule Die Cyanobakterien trüben das freie Wasser und bedecken die Oberfläche, wodurch wenig bis gar kein Licht mehr an die anderen tieferen Pflanzen mehr kommt. Nach einer nur kurzen Wachstums- und Lebensphase sterben die Cyanobakterien bereits wieder ab und sinken dann massenhaft im Gewässer ab. Das tote organische Material bedeckt dann alles andere unter sich und wird von anderen Bakterien konsumiert. Diese Zersetzungsprozesse führen zur sogenannten Sauerstoffzehrung, bei der Bakterien mit aerobem Stoffwechsel zusätzlichen Sauerstoff verbrauchen und noch mehr Kohlendioxid liefern. Das Gleichgewicht zwischen den Sauerstofflieferanten (Pflanzen, Cyanobakterien und Algen) und den Sauerstoffkonsumenten (Fische, Tiere und Insekten sowie Bakterien) kippt, und ein Sauerstoffmangel entsteht. Die Folge einer solchen Sauerstoffzehrung ist ein Fischsterben, da diese ohne ausreichend Sauerstoff ersticken. Gesundheitsgefahren durch Cyanotoxine Einige der bei uns vorkommenden Cyanobakterien produzieren in ihrem Stoffwechsel giftige Verbindungen (Cyanotoxine). Diese Toxine lagern sie in ihren Zellen ein oder geben sie an das Wasser ab als Stoffwechselabfall. Der Kontakt mit diesen Toxinen kann Hautreizungen oder Allergiene auslösen. An Schleimhäuten kommt es zu Reaktionen wie zum Beispiel Bindehautentzündung an den Augen, Atemwegsbeschwerden oder Hautausschlag mit Wassereinlagerungen (Nesselsucht). Beim Verschlucken der Cyanobakterien kommt es häufig zu Magen- und Darmbeschwerden mit Erbrechen oder Durchfall. Auch Tiere können darunter leiden. So sollten Hundehalter ihre Haustiere ebenfalls vom Gewässer fernhalten (was im Vorfeld eh immer zu prüfen sei) und schon gar nicht daraus trinken lassen, das kann schonmal tödlich enden. Wassertiere und Fische können an den Toxinen ebenfalls sterben, da die Gifte zu starker Reizung oder sogar der Lähmung ihrer Atmungsorgane führt. Die körpereigene Immunabwehr kann an der Leben oder an Nervenbahnen und -Zellen bleibende Schäden verursachen, sowohl bei befallenen Menschen als auch Tieren. Die Ökologie eines Gewässers leidet immens unter den Folgen einer massiven Algenblüte durch Cyanobakterien, erholt sich danach nur schleppend und der Abbau der verbliebenen Cyanotoxine braucht im Anschluss relativ viel Zeit. Das Angeln bzw. der Verzehr von Fischen aus einem Gewässer mit intensiver Algenblüte sollte vermieden werden. Zwar sind die Cyanobaktieren nach einer guten Reinigung vom Fischfleisch entfernt und verbleibende Zellen nach einer ordentlichen Zubereitung abgestorben, aber ihre Toxine häufig nicht. Eine Vielzahl von Fischvergiftungen sind in der Regel auf den Verzehr von mit Algen bzw. mit Bakterien befallenen Fischen oder derem Fleisch zurückzuführen. Die Cyanobakterien selbst, sehen am Menschen bzw. innerhalb unseres Stoffwechsels allerdings keinen geeigneten Wirt und können sich in unserem Körper weder halten noch vermehren. Das Beachten einer guten Hygiene und entsprechender Sorgfalt schaffen am Wasser, ob mit oder ohne Angelgerät, auf jeden Fall mehr Sicherheit. Autor: Volker Hämmerling, dieangelschule 2026 Quellen: Umwelt Bundesamt (BMUKN), Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

  • Catch and Clean. Ein Zeichen setzen für mehr Umweltbewusstsein

    Aus einer einfachen Idee zweier Angler aus Niedersachsen wurde ein jährlich wiederkehrender Veranstaltungstag zum Schutz der Natur und Umwelt. Am 26. September 2026 findet wieder der nächste Catch&Clean Day statt. Die Initiative hat mittlerweile zahlreiche Aktive in ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich gefunden. Kai und Niclas, die Gründer von Catch&Clean, haben 2019 dem Müll in der Natur den Kampf angesagt. Bildquelle: Deutscher Angelfischerverband e.V. (DAFV) Die private und ganz ehrenamtliche, also unbezahlte, Initiative der Angelfreunde Niclas und Kai, wuchs seit dem Start 2019 schneller als die beiden wohl ahnten. Inzwischen werden sie vom Deutschen Angelfischerverband e. V. (DAFV, seit 2023 dabei) und einigen Sponsoren unterstützt. An der Aktion, bei der jeden September die Uferbereiche und Gewässerflächen von Unrat und Müll befreit werden sollen, können sich Vereine, Unternehmen und freiwillige Anglergruppen beteiligen. Es soll das Bewusstsein gefördert werden, wie wichtig der tatkräftige Einsatz vieler ist und welche Mengen an Müll die Ökosysteme inzwischen bedrohen. Das Werkzeug zum Naturschutz liegt in unserer Hand Für gemeldete Verbände, Vereine und Gruppen gibt es passende, praktische Müll-Säcke, gesponsort von der Herstellerfirma Pely. Als besonderes Geschenk liefert die Marke Sufix, aus dem Hause Rapala, neuartige monofile Angelschnüre, die zu 100% aus recyceltem Material bestehen und damit ebenfalls ein Zeichen setzen zu mehr Umweltbewusstsein und neuen Möglichkeiten. Schützende Handschuhe und hilfreiche kleine hölzerne "Müllzangen" werden ebenfalls kostenfrei im Vorfeld zugesendet. Einem erfolgreichen Catch and Clean Day steht damit nichts mehr im Wege. Im vergangenen Jahr 2025 meldeten sich über 300 Gruppen zum Catch&Clean Day mit rund 6.000 aktiven und fleißigen Teilnehmenden. Zur Motivation und als Abschluss wartet noch ein Gewinnspiel, das unter den gemeldeten Müllmengenergebnissen der Teilnehmenden stattfinden wird. Mitmachen, teilen und sauber bleiben. Link zur Website beim DAFV hier klicken. Autor: Volker Hämmerling, dieangelschule Hamburg Quellen: Deutscher Angelfischerverband e. V. (DAFV), Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)

  • Ballaballa Ballast, die Last mit fremden Organismen

    Große Schiffe transportieren große Lasten. Doch wenn in einem modernen Schiff einmal zu wenig verladen wurde, oder die Ladung eines Schiffes ungleichmäßig in seinem Rumpf verteilt ist, werden heutzutage die dafür vorgesehenen Ballastwassertanks im Schiffsrumpf mit Wasser aufgefüllt. Diese Methode des Ballastwasserladens ermöglicht es, eine bessere Gewichtsverteilung im Schiffskörper zu erzeugen. Die riesigen Schiffskörper liegen dadurch gerader, stabiler und sicherer im Wasser. Ihre Verdrängung im Wasser ist dann optimierter und die Stromlinienform des Rumpfes unter Wasser viel effizienter. Man hat herausgefunden, dass moderne Schiffe, häufig mit einem Wulstbug ausgestattet - dieser merkwürdigen stählernen runden "Nase" an der Vorderseite - viel weniger Treibstoff benötigen und somit verbrauchsärmer betrieben werden. Den Hamburger Hafen laufen jährlich alleine über 3.500 Containerschiffe an. Foto: Volker Hämmerling, dieangelschule.de Doch Ballastwasser, das über die Ozeane in andere Regionen und zu anderen Kontinenten transportiert wird, bringt Probleme und manchmal Gefahren für die Umwelt. In der EU wird der Umgang mit dem Ballastwasser seit 2013 länderübergreifend reglementiert (zum Beispiel mit dem internationalen Ballastwasser-Übereinkommen). Um der möglichen Gefahren des Ballastwasser aus internationalen Häfen Herr zu werden, gibt es weltweit entsprechende Vorgaben und Verordnungen für die Betreiber der Handelsschiffe bzw. Reedereien im Interesse aller. Nicht, um Schiffsreedereien zu ärgern oder mit unnötigen Mehrkosten zu belasten, sondern um den ungewollten Import fremder Organismen an unseren Küsten und in den Häfen zu unterbinden. Damit einher geht eine Meldepflicht für alle Schiffe, die generell mit Ballastwasser unterwegs sind, oder dies aus logistischen Gründen an einem europäischen Hafen entladen wollen. Bei ganz großen Pötten sind bis zu 100.000 Tonnen Ballastwasser und mehr möglich. Unzählige kleine Tiere, Larven, Pflanzen aber auch Viren und Bakterien werden dabei mit in die Tanks gepumpt. Durch Ballastwassertransporte bzw. das unkontrollierte Ablassen von Wasserladungen aus fremden Regionen der Welt, wurden bereits invasive Arten an den Küsten und in die großen Flüsse von Europa eingeführt. Der Schutz der Ökosysteme und unserer Gewässer dient auch der Abwehr gegen gebietsfremde Arten, der Ausbreitung von neuen Krankheiten sowie drohender Seuchen. Neben Tieren und Pflanzen sind auch Algen, Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten oder Schadstoffe denkbar. Eingewanderte Arten stören und zerstören Ein sehr bekanntes Beispiel für eine typisch invasive Art (Neozoen), die als Blinder Passagier einst zu uns nach Mitteleuropa kam, ist die chinesische Wollhandkrabbe. Diese kleinen Krabben, eigentlich nur an den Küsten Chinas beheimatet, wurden durch das fremde Ballastwasser der Handelsschiffe schon im ausgehenden 19. Jahrhundert zu uns transportiert. Heute richten die chinesischen Wollhandkrabben hohe Schäden in unseren Gewässern an und sind bis weit ins hohe Binnenland gewandert, um sich aus eigener Kraft sogar in Teichen und Seen anzusiedeln. Für Fische und ihre Brut, so heißt es, interessieren sich die Krabben allerdings weniger, da sie pflanzliche Nahrung bevorzugen. Problematischer ist ihre Nahrungskonkurrenz zu heimischen Tieren und der vermehrte Bau ihrer Wohnhöhlen im Uferbereich und der damit verbundenen Schäden. Ebenfalls führt man die starke und schnelle Verbreitung der kleinen Dreikantmuscheln auf die unkontrollierte Verklappung von Ballastwasser zurück. Dreikantmuscheln besiedeln heute so gut wie alle Wasserstraßen, ihre Verbindungen und große Seen Europas, mit teilweise drastischen Folgen. Unter den Dreikantmuscheln gibt es verschiedene Arten, wie zum Beispiel die Brackwasser-Dreikantmuschel, die Wandermuschel (Zebramuschel) oder die Quagga-Muschel. Auch Mikroorganismen, Parasiten, Krankheiten und Vieren könnten theoretisch durch das Ballastwasser von einem Kontinent zu einem anderen unbemerkt und ungewollt einreisen, die wir bis heute noch gar nicht kennen. Maßnahmen in unseren Häfen In Hamburg gibt es von der zuständigen Behörde seit 2024 eine eigens dafür eingerichtete Website und eine Fachabteilung mit entsprechender Spezialisierung beim Personal und in der Ausrüstung. Ballastwasser wird im Hamburger Hafen technisch aufbereitet, gereinigt oder nötigenfalls desinfiziert. Für die Aufbereitung des Ballastwassers besitzen die großen Schiffe heute besondere Behandlungsanlagen (Ballastwasser-Behandlungssysteme; BWMS) oder können gegen Gebühr in den Häfen bereitsgestellt werden. Schiffe, die ihr Ballastwasser nicht den Behörden melden droht ein Bußgeld. Schiffe die ihr Ballastwasser einfach entsorgen, drohen entsprechende juristische Verfahren und meistens hohe Strafzahlungen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden der zuständigen Hamburger Behörde bereits drei Fälle von der unerlaubten Enleitung von Ballastwasser in die Elbe bekannt und zur Anzeige gebracht. Welche Bußgelder oder Strafen den Reedereien dafür droht, ist leider nicht bekannt. Autor: Volker Hämmerling, dieangelschule Hamburg Quellen: Bundesamt für Seeshifffahrt und Hydrographie; BUKEA Hamburg; Norddeutscher Rundfunk NDR

  • Gefährliche Steine am Strand

    Wer am Strand oder in der Brandung angeln geht, nimmt früher oder später auch das Strandgut und den Spülsaum unter die Lupe. Und wenn man sich länger am Wellensaum aufhält, mit oder ohne Angelgerät, liegt die Suche nach einem Bernstein natürlich nahe. Zufälliger Beifang beim Angeln vom Strand, ein goldbrauner Bernstein leuchtet in der Abendsonne. (Bild: Volker Hämmerling, dieangelschule) Viele Bernsteine fand ich ganz nebenbei auf Strandspaziergängen oder eben beim Angeln, wenn ich, mit der Wathose an und der leichten Spinnausrüstung ausgestattet, an der Wasserkante entlang lief und dabei den Spülsaum betrachtete. Häufig leuchten die kleinen nassen Steinchen dann im Sonnenlicht und lassen sich von anderen Steinchen, Pflanzenresten und sonstigem Strandgut sehr leicht identifizieren. Aber besondere Vorsicht ist geboten, da in unsern Meeren leider auch sehr viel herumschwimmt, was dort eigentlich nicht hingehört. Darunter sind viele Bruchstücke von Plastikmaterial oder auch zerbrochenem alten Glas, das ebenfalls in den Saum gespült wird und nach Bernstein wirkt. Und mancherorts zunehmend auch der gefährliche weiße Phosphor, der aus versenkten Brandbomben (Phosphor-Brandbomben) des Ersten und des Zweiten Weltkrieges stammt sowie aus Munitionsresten der Marine bzw. ihrer untergegangenen Schiffe. Waffen wurden nach den Kriegen in den Meeren einfach versenkt Ganz nach dem Motto, was wir nicht mehr sehen, ist nicht da und kann uns nicht mehr schaden. Heute liegen tickende Zeitbomben am Grund von Nord- und Ostsee. Die alten Sprengkörper und -Köpfe von damals liegen am Grund der Meere und rosten seitdem vor sich hin. In vielen Fällen haben sich die schädlichen Inhalte schon verteilt und kommen nun an den Stränden an. Giftiger Sprengstoff und Brandsätze bedrohen Flora und Fauna unserer Meere, ganze Küsten und natürlich uns alle. Der weiße Phosphor sollte im Krieg die bombadierten Gebäude von alleine in Brand setzen. Dieser besondere weiße Phosphor entzündet sich bereits ab Temperaturen von über 20 Grad Celsius an der reinen Luft, da er im trockenen Zustand mit dem Sauerstoff sofort reagiert. Die oxidative Reaktion der Chemikalie kommt ohne fremde Hilfe aus und erreicht dann Temperaturen von 1300 Grad Celsius. Wer dies an oder auf der Haut erlebt, erfährt hochgradige Verbrennungen. Unter Wasser ist weißer Phoshor abgeschirmt und vor der eigenen Entzündung sicher, solange kein Sauerstoff aus der Luft in seine Nähe kommt. Sobald er aber am Strand oder später im Auto oder der Wohnung trocknet, fängt dieser früher oder später von allein Feuer. Bei Fundstücken ist die Verwechslung mit Bernstein, Kunststoffen oder Glas sehr groß und kann von Laien häufig kaum erkannt werden. Immer wieder kommt es zu Unfällen mit schweren Brandverletzungen Besonders an der Ostseeküste wurde in den vergangen Jahren sehr viel von diesem Phosphor entdeckt. Daher sollte jeder, der auf Bernsteinsuche geht, diesen in einem festen, geschlossenem Gefäß und mit ausreichend Wasser transportieren. Ebenso ist eine Lagerung am Körper, zum Beispiel der Jacken- oder Hosentasche, wegen der schnelleren Erwärmung und Unfallgefahr, nicht zu empfehlen. Die Phosphorstücke sind an der Oberfläche eher schmierig und weich. Zur Trocknung und Test können die Stücke an der frischen Luft auf einer feuerfesten Unterlage getrocknet werden. Sollte es anfangen zu rauchen oder sogar glimmen, ist die Sache eindeutig. Bei größeren Funden am Strand, sollte besser die örtliche Polizei oder Feuerwehr informiert werden für eine sichere Bergung des Materials. Ob es sich um Bernstein handelt oder nicht, zeigt sich am Licht Die fluoreszierende Eigenschaft von Bernstein kann bei der Suche helfen und die Identifikation stützen. Denn das wertvolle versteinerte Harzmaterial leuchtet unter dem Licht einer UV-Lampe gelblich bis blau-grün. Erfahrene Sammlerinnen und fleißige Sammler gehen daher gern bei Dunkelheit am Spülsaum entlang und nehmen auf ihren Entdeckungstouren eine kleine UV-Lampe, im Taschenlampenformat, zur Hilfe. Auch ohne gute Fänge ein erfolgreicher Tag am Meer. Bernsteinfunde in Dänemark. (Bild: Volker Hämmerling, dieangelschule) Die Dichte des Bernstein liegt bei etwa 1,08 g/cm3 und die des Phosphor bei 1,83 g/cm3, dadurch schwimmt Bernstein in einer hohen Salzlösung auf, während der schwere Phoshor am Grund liegen bleibt. Da Bernstein vor millionen von Jahren aus Baumharz entstand, kann er ebenfalls gut brennen. Der Phosphor ist allerdings hochreaktiv und kann im Brandfall mit reinem Wasser nicht wieder gelöscht werden. Viel Glück und Sicherheit bei der Suche! Autor: Volker Hämmerling, dieangelschule 2026 Quelle: Umweltbundesamt; GEO Wissen, G+J Medien GmbH

  • Sauerstoffbedarf und -Deckung im Sommer in Gefahr?

    In den Sommermonaten leiden viele Gewässer unter der anhaltenden Wärme. Viele Sonnenstunden, wenig Niederschlagseintrag und warme Luft bei wenig Luftbewegung fordern die Ökosysteme heraus. Hecht und Krebs leben in Nachbarschaft im ruhigen, pflanzenreichen und schattigen Uferbereich eines Baggersees (Bild: Volker Hämmerling, dieangelschule) Der durch uns Menschen verursachte Klimawandel bringt neue Wetterrekordwerte hervor, die wir als ausbleibenden Regen, heiße Tage und Trockenheit im Alltag registrieren. In den Messungen und Aufzeichnungen der Behören und führender Institutionen werden diese Anstiege seit Jahrzehnten dokumentiert und laufen leider von Jahr zu Jahr immer weiter nach Oben. Auf die Folgen des veränderten Klima werden wir uns einstellen müssen. Anhaltende Hitze als Bedrohung für Flora und Fauna im Gewässer Besonders für Gewässer ist das eine Belastung, da diese sich erst allmählich erwärmen und diese Energie dann über Wochen oder Monate speichern zum Leidwesen der Flora und Fauna unter Wasser. Mit zunehmender Temperatur nimmt die Fähigkeit des Wassers ab, den Sauerstoff als lebensnotwendiges Gas in sich zu lösen. Wir kennen es von kohlensäurehaltigen Getränken oder Mineralwasser, das enthaltene CO2-Gas entweicht um so mehr, je wärmer die Flüssigkeit wird oder ist. Der maximale Sauerstoffgehalt von Wasser ist unter reinen Versuchsbedingungen, also wissenschaftlich betrachtet, mit 14,4 mg pro Liter bei 1° Celsius möglich. Mit Temperaturzunahme sinkt der Gehalt an gelösten Sauerstoffgas (O2) ab, so das bei einer Wassertemperatur von 30° Celsius unter Laborbedingung nur noch etwa die Hälfte, also 7,4 mg pro Liter O2 möglich sind. Da unsere Gewässer viele weitere Dinge enthalten und messbare schädigende Parameter zum tragen kommen, liegt die tatsächliche Sauerstoffkonzentration in der Regel niedriger, weil es sich eben nicht um reines Wasser handelt wie wir es aus dem Alltag aus der Leitung kennen. Der für viele Fischarten kritische Grenzwerte von 4 mg O2 pro Liter und damit verbundener Sauerstoffmangel treten bei Temperaturen ab 20° Celsius Wassertemperatur vermehrt und immer häufiger in unseren Gewässern auf. Oft werden anhaltend und über Tage von 26° und mehr gemessen, eine extreme Situation für flache Gewässer in unseren Breitengraden. Sommer gab es schon immer und Wetterschwankungen kennt auch die Natur. Viele heimische Tiere und ebenso unsere Fischarten sind für solche Hitzeperioden und niedrige Wasserstände unempflindlich, wenn die äußeren Rahmenbedingungen stimmen, und nicht zu lange anhalten. Unsere Fischarten haben ihre eigenen Strategien entwickelt und stellen sich darauf ein. Dazu gehören tiefere, kühle Gewässerstellen, in die sie sich zurückziehen können und Uferzonen mit einem dichten Bewuchs und erweiterte Schattenbereiche, zum Beispiel durch einen guten alten Baumbestand. Auch Fischschutzgebiete und Zonen, in denen weder geangelt oder sonstiger Wassersport betrieben wird, helfen der Natur sehr. Der Kreislauf und Stoffwechsel der Fische passt sich ebenso an. Um Energie einzusparen, bewegen sie sich weniger und fressen weniger, verlegen ihre Aktivität in die Nacht und frühen Morgenstunden. Sind Pumpen zur Sauerstoffanreicherung sinnvoll? Viele halten die Installation und Betrieb einer Umwälzanlage über Pumpen dann für eine alternative Lösung um über den technischen Weg Sauerstoff ins Wasser zu bringen. Ein Stilgewässer umwälzen bedeutet nichts anderes als das bestehende Ökosystem zu (zer)stören. Dort, wo aussreichend Licht ankommt, sind grüne Pflanzen vorhanden, auch wenn es viele Laien nicht sehen. In der Tiefe gibt es Sedimentschichten, die gehören einfach dazu und dort leben anerobe Bakterien, Algen, Pilze und auch Muscheln, Krebse, Weichtiere und Fische. Selbst in den Ozeanen in über 5000 Metern Tiefe herrscht das Leben, obwohl die Umwälzung dort nicht über Pumpen läuft. Eine Belüftung kann installiert werden um das Wasser mit Sauerstoff anzureichern. Das sollte aber genau geprüft werden und niemals die lebensnotwendigen Wasserflächen weiträumig abdecken, indem man eine künstliche Insel ins Wasser bringt. Eine Umwälzung erhöht den freien Nährstoffgehalt in allen Wasserbereichen, damit nimmt die Fruchtbarkeit eines Gewässers leider zu, und Algen wachsen besser und schneller. Als Folge: schädliche Algenarten und sauerstoffzehrende Bakterien (Cyanobakterien) nehmen dann in der Regel zu. Auch Krankheiten und Parasiten freuen sich dann, aber weniger die heimische Fischarten, Tiere und Insekten. In überbesetzten Karpfenteichen, Aquakulturen, Zierteichen in Gärten sowie Parks oder kommerziellen Angelteichen ohne natürliche Uferzone mag das vielleicht gehen, weil dort eh alles schon aus dem Gleichgewicht ist oder nie wirklich so war. Behörden, Fischerei-und Angelverbände helfen da sicher weiter und können beraten oder ausbilden. Große und seriös geführte Angelvereine haben Gewässerwarte in ihren Reihen, die sich mit der Thematik beschäftigen und entsprechend fortbilden. Text: Volker Hämmerling, dieangelschule Hamburg, 2026 Quellen: Deutscher Angelfischerverband e.V. (DAFV); Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

  • Gibt es giftige Fische in Deutschland?

    Eins vorweg, das Fleisch aller heimischen Fischarten in Mitteleuropa ist genießbar und unbedenklich. Die Gefahr lauert gafür ganz woanders, denn gibt es ein Risiko im Wasser, das vielen nicht bekannt ist. Das Petermännchen, eine kleine Fischart, die weltweit an so gut wie allen Küsten vorkommt, trägt giftige Stacheln, die einem Menschen unter Umständen sehr gefährlich werden können. Das Petermännchen gräbt sich gerne bis zu den Augen in den feinen Sand ein (Bild: AdobeStock; Joern) Petermännchen sind bodenorientierte Fische, die mit ihrer gestreckten, keilförmigen Anatomie am Gewässerboden nach Nahrung suchen. Sie sind kleine Raubfische, die es dabei auf Krebse, Garnelen oder Jungfisch abgesehen haben. Für die Jagd sind sie meist eher nachtaktiv und kommen erst bei eintretender Dämmerung aus ihren Verstecken. Im Sommer liegen sie im flachen Wasser, auf Sandbänken und vor Stränden, im feinen Sand gerne bis zu den Augen eingegraben. Dort ruhen sie dann tagsüber, die leichte Deckung suchend, ohne dort mit großen Fressfeinden, badenden Menschen oder Hunden zu rechnen. Gift-Stacheln an der Rückenflosse und an den beiden Kiemendeckeln Sein Gift ist das stärkste, was die Natur in Deutschland zu bieten hat. Kein heimisches Insekt und keine Schlange in Mitteleuropa kann nachweislich so viel Schaden anrichten wie diese unscheinbaren kleinen Fischchen. Dennoch sollte man das Petermännchen nicht verteufeln oder überbewerten. Denn wer die Gefahr kennt, kann sich entsprechend schützen und damit umgehen. Das Gift des Petermännchen sitz in den spitzen Flossentrahlen der ersten Rückenflosse und an den äußeren Enden der Kiemendeckel. Vorsicht beim Baden und Angeln an der Küste, besonders im Sommer Beim Baden sollte man daher immer Badeschuhe tragen, damit man nicht ausversehen auf ein Petermännchen tritt und der Strandtag ein böses ende nimmt. Beim Angeln können Handschuhe oder ein Lappen in der Ausrüstung helfen, um damit das Petermännchen verletzungsfrei vom Haken zu lösen und eventuell zu verarbeiten. Passiert es doch, und es kommt zum Stich beim Baden, Wassersport oder Angeln, sind Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Hilfreich ist ein Wärmestift oder die Sofortanwendung von Hitze an der Stichstelle. Durch Erwärmung des Giftes über 75° Celsius gerinnen die fremden Eiweißstoffe, und können sich so nicht weiter im Gewebe ausbreiten. Anschließend sollte die Stelle gekühlt werden, damit sich die durchblutenden Adern zusammenziehen, so gelangt weniger Gift in den Körper. Der Stich sollte von einem Arzt untersucht und behandelt werden, da Schäden an den Nerven zurückbleiben können. Betroffene berichten von bleibenden Lähmungserscheinungen und Empfindungsstörungen noch Jahre später. Bei Gefahr von allergischen Reaktionen immer einen Rettungsdienst oder Notarzt rufen. Zu viel Hilfe ist manchmal besser als zu wenig, und an den Küsten sowie Badestränden kennt man den Fisch und seine Stacheln. Beim Angeln an der Küste können Petermännchen mancherort häufig am Haken hängen. Das Fleisch des Petermännchen ist genau so genießbar und lecker wie bei anderen Meeresfischen auch. Trennt man also den Kopf ab und schneidet die vordere Rückflosse samt Giftstacheln vorsichtig ab, kann er lecker zubereitet werden, zum Beispiel zum Abschluss eines erfolgreichen Angeltages fangfrisch auf dem Grill. Text: Volker Hämmerling, dieangelschule Hamburg 2026

  • Wie sehr stören Angler am Gewässer die Natur?

    Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung 2026 des Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV) wurde der jährliche Förderpreis an Dr. Malwina Schafft überreicht. Die Wissenschaftlerin hat in ihrer Doktorarbeit unter anderem den Einfluss von Anglerinnen und Angler an Gewässern ganz genau unter die Lupe genommen. Aber nicht nur die Angelnden dazu betrachtet, sondern sie mit anderen Nutzergruppen, wie zum Beispiel Badegästen, Spaziergängern, Joggern sowie verschiedene Wasserportarten am, im und auf dem Wasser verglichen und gegenübergestellt. Ein Blässhuhn auf seinem Nest am Rande der Alster in geschütztem Feuchtgebiet (Bild: Volker Hämmerling, dieangelschule) Die Doktorantin Malwina Schafft hat unter der Betreuung von Professor Dr. Robert Arlinghaus am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) ein spannendes und gefragtes Thema erforscht. Die genaue Fragestellung ihres wissenschaftlichen Werkes lautete: Freizeitökologie: Auswirkungen des Freizeitangelns und anderer wasserbezogener Aktivitäten auf die Biodiversität in Süßgewässern (Recreation ecology: impacts of recreational angling and other water-based activities on freshwater biodiversity). Dr. Malwina Schafft und ihre Kollegen untersuchten also die Einflüsse und Störungen von verschiedenen Freizeitaktivitäten und auch des Angelns. Zusätzlich wurden weltweite Ergebnisse zusammengetragen und mit in ihrer Arbeit ausgewertet. Freizeitaktivitäten ein Störfaktor für die Natur am Gewässer? Heraus kam, dass das Angeln am Ufer zu den am wenigsten störenden Aktivitäten gehört. Während besonders Sportarten auf dem Wasser und freilaufende Hunde die Flora und Fauna am meisten beeinträchtigen oder Wasservögel in ihrem Verhalten stark beeinflussen. Das Baden und Sportgeräte am Ufer die Strukturen am stärksten belasten oder sogar zerstörten. Interessant an dieser Studie ist, das Dr. Malwina Schafft nach eigener Aussage selbst keine Anglerin ist und sie es als eigenes Hobby gar nicht interessiert. In ihrer Doktorarbeit legt sie ebenfalls dar, dass die positiven Effekte von Angelvereinen und -Verbänden im Falle von übermäßigen Verboten durch Naturschutzmaßnahme wegfallen würden, wodurch Hege und Pflege der Angler vermutlich keinen Ersatz mehr findet. Verbote sind daher kaum ein Mittel, es sei denn, es betrifft alle Nutzergruppen. Um zukünftig Gewässernutzung nachhaltig zu gestalten, erfordere es ein aufwendiges Management und ebenso gute Fischereimaßnahmen, für die sich Angler seit jeher schon einsetzen aber viel zu selten der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Angelvereine und Angelverbände investieren jährlich in Gewässer mit Mitteln und Arbeitskräften, wie sonst kaum jemand. Link zur Doktorarbeit von Dr. Malwina Schafft: https://doi.org/10.18452/30903 Text: Volker Hämmerling, dieangelschule Hamburg, 2026 Quellen: Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV) ; Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

  • Fischbestände in der Unterelbe extrem eingebrochen

    Die Unter-Elbe, zwischen der nördlichen Stadtgrenze und ihrer Mündung bei Cuxhaven in das Wattenmeer, war Gegenstand einer wissenschaftlichen Studie mit erschreckendem Ergebnis. In seiner Doktorarbeit, in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels und der Universität Hamburg, verglich der Wissenschaftler Jesse Theilen die Daten der letzten 40 Jahre und unternahm mit seinen Kollegen zusätzlich zahlreiche aktuelle Untersuchungen. Die Elbe, der zweitgrößte Fluss Deutschlands, und ihre Fischbestände leiden extrem (Bild: Volker Hämmerling) Die Elbe legt als Fluss von ihrer Quelle in unserem Nachbarland Tschechien bis in den Hamburg Hafen rund 1.000 Kilometer zurück. Das Wasser des zweitgrößten Flusses Deutschlands hat bis in die Hansestadt bereits sehr viel mitgemacht und ist dann schon dementsprechend verunreinigt. Erschwerend hinzu kommt die tägliche Belastung durch die sogenannte Tide. Die Tide bezeichnet den Gezeitenstrom, hervorgerufen durch Anziehung des Mondes und Rotation der Erde, der im andauernden Wechsel zwischen Flut und Ebbe hin und her wandert. Und mit jeder Flut salziges Wasser der Nordsee einträgt und ein sogenanntes Brackwasser bildet. Rückgang der Stinte ist beunruhigend bis bedrohlich für diese Fischart In seiner publizierten Doktorarbeit legt Jesse Theilen zusammen mit seinen Kollegen vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels und der Universität Hamburg dar, dass die Fischbestände der Unterelbe in den letzten 20 Jahren um insgesamt 90 % zurückgegangen sind. Am allerschlimmsten trifft es die dort noch existierenden Stinte, die einst das Leben in und an der Elbe biologisch und fischreilich ausmachten und früher zu Millionen in den Fluss zum Laichen (Eiablage) aufstiegen. Die Ursache ist bekannt und längst erforscht Für den angewachsenen Schiffsbetrieb und immer größer werdenden Container-Riesen und Kreuzfahrtschiffe mit ordentlich Tiefgang, wird die Elbe in ihrem Unterlauf vor den Toren der Stadt seit Jahren fleißig ausgebaggert. Die Tiefe des Flusses wird für die großen Schiffe künstlich erhöht, und damit leider auch der Tidendruck, so dass die Wassermengen und deren Fließgeschwindigkeit deutlich angestiegen sind. Dieses ständige Bewegen von Erdmassen und gelöstem Schlick am Grund des Flusses bleibt nicht ohne Folgen. Der feine verwirbelte Schlamm wird mit jeder auflaufenden Flut in alle Bereiche der Elbe bis ins Hinterland transportiert. Sinkt dann überall ab, und legt sich auf alles, was den natürlichen Flussgrund in seinem Ursprung ausmachte. Strukturen, Tiere, Insekten und Pflanzen müssen, sofern sie es überhaupt noch können, mit der Schlickschicht unter Wasser leben. Verbauungen, Begradigungen, Steinpackungen und steile Spundwände schaden dem Elbstrom, da kaum noch natürliche Uferbereiche zu finden sind. Das Wasser erwärmt sich im Sommer schneller und stärker, der Sauerstoff ist dann an vielen Tagen unterhalb vertretbarer Grenzen, so dass es in der Vergangenheit schon regelmäßig zu Fischsterben kam. Zur Zeit erarbeitet man Pläne und Vorschläge, wie man der Biodiversität der Elbe helfen könnte und sucht nach Renaturierungsmöglichkeiten. Obwohl man weiß, dass das Baggern dem Fluss schadet, und damit gegen Umwelt- und Tierschutz verstößt, hält man in Hamburg weiter daran fest. Quellen: Anglerverband Hamburg e.V.; Anglerverband Niedersachsen e.V.

  • Welche Art wird Fisch des Jahres 2027?

    Die Wahl zum "Fisch des Jahres" hat ihren Ursprung bereits im Jahr 1984. Mit der Wahl eines heimischen Fisches und anschließender Publikationen des Siegerfisches soll auf die jeweilige Fischart, ihren Lebensraum in unseren heimischen Gewässern und deren Bedeutung aufmerksam gemacht werden. Wer wird Fisch des Jahres 2027? Der Nordseeschnäpel, die Karausche oder das Flussneunauge (Logos: BfN, GFI, DAFV, Fische: Eric Otten) Die Wahl zum "Fisch des Jahres" ist und bleibt in Fachkreisen nicht unumstritten. Durchgeführt wird die Wahl des Fisches zur Zeit deutlich federführend vom Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV), in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GFI) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN). Die Kritiker bemängeln dabei oftmals dass nur Fische in den Vordergrund gestellt werden, die für das Angeln von Bedeutung sind, da die allermeisten Wählerstimmen aus den selben Reihen der Angelnden stammen. Oder, dass die Mitteilungen und Publkationen zu einseitig aus Sicht und zum Vorteil der Angelnden verfasst und ausgelegt wären. Die Wahl zum Fisch des Jahres nur für Angelnde interessant? Die Wahl eines einzelnen Fisches bzw. seiner Art soll einem breiteren Publikum vorgestellt werden und ihre Lebensweise und ihren Lebensraum näher bringen. Dadurch soll laut Initiatoren das erste Gebot aller Angelnden, der Schutz des Lebensraum von Fischen, bekräftigt werden und sensibilisieren. Wichtig ist es dabei, die Gesellschaft zu informieren und mehr oder weniger bekannte Fischarten vorzustellen und die Bedeutung unterschiedlicher Gewässertypen in Nordeuropa als wichtigen Lebensraum dieser Tiere, ihren Lebensweise und möglicher Bedrohungen besser zu erklären. Der Wels ist aktuell der Fisch des Jahres 2026 Aktuell ist der europäische Wels, auch Waller genannt, der Fisch des aktuellen Jahres 2026 und im Fokus der drei Initiatoren. Der DAFV bietet dazu auf seinen Internetseiten viele Informationen und eine umfangreiche und bemerkenswerte Broschüre an, als PDF oder als Druckversion, gegen eine entsprechende Gebühr (https://www.dafv.de/projekte/fisch-des-jahres/der-europaeische-wels-ist-fisch-des-jahres-2026). Doch genau genommen handelt es sich nicht um eine Broschüre, sondern mit über 100 Seiten um eine hervorzuhebende Lektüre, die sehr viel über den Wels erzählt und sich an jede und jeden richtet. Auch in der Vergangenheit wurden die einzelnen "Gewinner"-Fische entsprechend aufwendig porträtiert und detailliert beschrieben. Für das nächste Jahr stehen drei weitere Arten zur Auswahl: Die Karausche, Der Nordseeschnäpel oder das Flussneunauge. Drei Fischarten die in der GEsellschaft äußerst unbekannt und leider auch sehr gefährdet sind. Zur Plattform, mehr Informationen und der aktuellen Wahl geht es über diesen Link (https://www.dafv.de/projekte/fisch-des-jahres/fisch-des-jahres-2027-jetzt-abstimmen). Quellen: Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV), der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN)

  • Wilde Kanus in Uferzonen stören und zerstören

    Hamburg gilt als die brückenreichste Stadt Europas. Und dort wo es Brücken geben muss, existieren viele Seen, Flüsse, Bäche, Kanäle, Gräben und Fleete die nicht nur überquert werden, sondern auch besonders gerne befahren sind. Die einstigen Hamburger Wasserstraßen sind heute ein wunderbares verzweigtes Netz, was insbesondere dazu beitragen dürfte, warum die Hansestadt so attraktiv ist. Dieses Wassernetz trägt nicht nur zum Wohlbefinden der Bewohner bei, sondern bietet sehr viele grüne Uferbereiche, in der die Natur und ihre individuellen Ökosysteme sehr gut funktionieren, besondere Flora und Fauna sich prächtig entwickelt haben und Rückzugsorte finden. Vernachlässigte Kanus und Boote sind an Hamburgs Gewässern nicht nur unschön, sie zerstören die Uferzonen (Bild: AdobeStock, Sportlight Nord) Laut Bundesnaturschutzgesetz sind natürliche Uferbereiche und Röhrichtzonen an allen Gewässern bundesweit besonders geschützt (§ 61; Freihaltung von Gewässern und Uferzonen). In der Freien und Hansestat Hamburg stehen diese Uferzonen als verbindende grüne Adern unter besonderer Beobachtung der zuständigen Ämter und Behörden (BUKEA), da man durch ihren Verbund mittlerweile über 20 % der Stadtfläche als ökologisch wichtige Gebiete aufgezeichnet hat, hegt und pflegt (Verbundsystem von Hamburg). Veränderte Nutzung von historischen Wasserstraßen Was einst als Wasserstraßen für den leichteren Transport von Waren diente, sind heute hübsche bewachsene Bänder zwischen privaten Gärten und den hübschen Altbauten oder in denen attraktive Hausboote neben Bürofenstern ankern und schicke Cafés zum Verweilen oder sehen-und-gesehen-werden einladen. Wertvolle Stadtnatur für Jede und Jeden, die wir beschützen und achten sollten. Traditionell sind die Ruderclubs und Segelvereine der Stadt rund um die Alster und der Elbe angesiedelt. Dazugekommen sind über die letzten Jahrzehnte neue Freizeitkapitäninnen und Bootsführer mit ihren Kanus, Kajaks, Faltbooten, Stand-Up-Paddler, Schlauchboote und ebenso Angelboote. Diese sind an manchen Sommerwochenenden teilweise schon so dicht, dass man das Wasser kaum noch sieht. Und dort, wo viele Menschen zusammenkommen, entstehen leider zahlreiche Probleme unter denen besonders die Natur der Uferzonen leidet. Illegal abgestellte Boote, Kanus und SUP In Hamburg wurden über die letzten Jahre mehr und mehr private Kanus an den Ufern abgestellt oder sogar angekettet. Diese Parkmethode ist allerdings weder gestattet noch gut für die eh schon belasteten Gewässer-Grünstreifen. Die Stadt hat im Frühjahr 2026 über 800 illegal abgestellte Kanus an den Wasserstraßen erfasst und diese daraufhin markiert. Seit Juli 2026 werden die ersten falschparkenden Kanus abtransportiert. Die sichergestellten Kanus werden von der Stadt für 6 Monate zwischengelagert, falls sich die Eigner noch melden und ihr Sportgerät gegen eine Gebühr und einem Eigentumsnachweis wieder abholen wollen. Für gesunde Uferzonen und ein ökologisch intaktes System in einer urbanen Gesellschaft wird also stetig was getan. Quelle: BUKEA Hamburg, Norddeutscher Rundfunk

  • Kann man Bleie beim Angeln ersetzen?

    Bleie gehören seit jeher zur Ausrüstung und als Werkstoff beim Angeln dazu. Mal als Bleigewicht für das Grundangeln (Grundblei), als Schrotblei für die Posenangelei (Schwimmertarierung) oder in Form gegossen als Kunstköder (z. B. PIlker) und vieles mehr. Klassische Angelbleie gibt es in unzähligen Formen und Anwendungsbereichen (Bild: Volker Hämmerling) Doch was ist Blei? Und warum ist es so umstritten? Blei ist chemisch betrachtet ein Metall, genauer ein weiches, blaugraues Schwermetall der 4. Hauptgruppe (Symbol: Pb / Ordnungszahl: 82). Blei ist besonders schwer, da es eine sehr hohe Dichte besitzt (11,34 g/cm³), was es als Metall sehr interessant macht. Sein Schmelzpunkt liegt dafür relativ niedrig, wodurch der Energieaufwand geringer ist als bei anderen Metallen und es sich relativ einfach gießen oder mechanisch verformen lässt. so weit zu den technischen Fakten. Allerdings ist Blei als giftig einzustufen und kann Krebserkrankungen als auch genetische Defekte auslösen. Um Schwermetalle wie Blei so wenig wie möglich in den Umlauf und in die Natur zu bringen, versucht man seinen Einsatz und den freien Handel europaweit einzuschränken. Als Werkstoff ist Blei aber nicht überall wegzudenken, da es zum Beispiel die radioaktive Strahlung (sehr kurzwellig) wegen seiner hohen Teilchen-Dichte sehr gut absorbiert und somit in der Medizin, bei Röntgengeräten, verbaut wird und in Batterien (Blei-Akkumulatoren) benötigt wird. Die Europäische Union (EU) will ein schrittweises Verkaufsverbot für bleihaltiges Angelzubehör anstreben und entsprechende Beschlüsse auf den Weg gebracht. Ein Ziel der EU ist es, dass Blei und bleihaltige Produkte aus dem Einzelhandel nach und nach verschwinden. Für Angelnde, die bereits Bleie und entsprechende Materialien besitzen, bestehen bisher keine Einschränkungen oder Einsatz-Verbote. Dennoch wird appeliert, den Einsatz zu überdenken, da Bleie und Bleireste in der Natur auch Pflanzen und Tierwelt beeinträchtigen oder schädigen kann und letztlich über die Nahrungskette früher oder später auf unseren Tellern landet. Für Blei-Gewichte und Angelutensilien mit Blei gibt es eine Reihe von Ersatzstoffen , also Metalle wie Zinn, Wolfram oder Stahl und diverse Legierungen (Mischformen) oder alternative Lösungen, wie zum Beispiel die Verwendung von Natursteinen oder auch spezielles Glas (Porzellan) in der Grundmontage beim Angeln. Viele Kleinteile im Fachhandel für Angelgeräte sind heute schon bleifrei und durch Ersatzstoffe ersetzt worden - also achtet beim nächsten Einkauf einmal darauf und wählt am besten gleich die umweltfreundlichere Variante. Quellen: Deutscher Angelfischerverband e. V.; Anglerverband Hamburg e. V.; ECHA europa.eu

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