ANGEL-LEXIKON
Aus dem Schneider sein
"Ich bin aus dem Schneider" hört man häufig Angelnde sagen, wenn sie den ersten Fisch fangen.
Die Redewendung "...aus dem Schneider..." ist weit verbreitet und sogar in anderen Ländern und Sprachen zu finden. Jedoch ist die Herkunft und Bedeutung rund um diesen "Schneider" nicht eindeutig geklärt.
Ein Ansatz der Erklärung ist der rechnerische Schnitt oder Durchschnitt des (Fang-)Erfolges einer Person. Also, ob es sich gelohnt hat (ein guter Schnitt) oder ob es sich gerechnet hat (ein guter Durchschnitt).
Eine andere Erklärung liegt in der historsichen Betrachtung des Berufsbildes eines Schneiders, weil dies bis ins Mittelalter als eine einfache und sozialschwache Tätigkeit angesehen wurde, und die Einkünfte und die Arbeit des Schneiders damit als armselig, erfolglos bis untalentiert galten.
Im Sport und bei Spielen wird das "aus dem Schneider sein" ebenfalls als kalkulative Größe verwendet.
Die Zahl Dreißig (30) ist historisch in diesem Zusammenhang immer wieder eine markante und vielbeachtete Größe gewesen. Vermutlich war das Alter von 30 Jahren in vielen kulturellen Zusammenhängen und Bewertungen in Europa über Jahrhunderte sehr etabliert.
So ist der Wert von 30 Punkten bei vielen Kartenspielen (z. B. Skat) bis heute eine überdurchschnittliche und damit vorteilhafte Größe. Ist also jemand "aus dem Schneider", dann geht es der Person besser.
