Invasive Fischarten als Störer oder auch Gewinn?
- Volker Hämmerling

- vor 11 Stunden
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Unter Invasiven Arten verstehen wir Tiere und Pflanzen, die nicht natürlich in unsere Ökosysteme gekommen sind und laut biologischer Definition in unseren Regionen nicht heimisch waren. Viele dieser invasiven Arten in Flora und Fauna fallen uns oftmals nicht auf, da wir sie schon ewig kennen und sie uns immer wieder begegnen und als integrierten Bestandteil unserer Umwelt betrachten.

Als die sogenannten Neozoen (invasive Arten) bezeichnet man in der Biologie alle Tiere, die nach 1492, dem offziellen Jahr der Europäer zur Entdeckung der amerikanischen Kontinente, zu uns gekommen sind. Dabei wurden diese Tierarten mal bewusst, mal unbemerkt oder sogar ausversehen in unsere Ökosysteme getragen.
Welche Auswirkungen haben invasive Arten auf die heimischen Gewässer?
Bei manchen dieser importierten Arten hatte man sich Vorteile erhofft, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken oder diese im Vorfeld erst einmal zu überprüfen. So ist ein gutes Beispiel für eine nordamerikanische Invasive Art die Regenbogenforelle. Die Regenbogenforelle ist als Salmonide aus der Welt der Angler heute kaum noch wegzudenken, gehört einfach dazu. Für viele kommerzielle Teiche und Fischzuchten ist sie ein unempflindlicher, schnellwachsender Fisch aus der Familie der Salmoniden mit viel Filetfleisch und relativ geringem Fettansatz. Doch wenn diese schnellwachsenden und gefrässigen Fische in natürliche Gewässer bei uns gelangen, richten sie leider mehr Schaden an als wirklichen Nutzen, da sie für die heimischen Fischarten einen harten Nahrungskonkurrenten darstellen und auch andere kleine Fische oder deren Brut fressen können. Vom Besatz mit Regenbogenforellen in freien und offenen Gewässern wird daher inzwischen abgeraten und ist in vielen Regionen sogar streng verboten. Das unerlaubte Aussetzen von invasiven Arten und der Handel mit lebenden fremden Tierarten ist nach Bundesnaturschutgesetz strafbar.
Ständig diese nervigen Grundeln
Die Schwarzmundgrundel beobachtet man inzwischen in jeder großen und kleinen Wasserstraße. Sie sind ursprünglich aus dem osteuropäischen Raum, durch Ballastwasser in Schiffen und durch ihre eigene Verbreitung in allen Verbindungkanälen bis in den hohen Norden vorgedrungen. Den Grundeln scheint es bei uns sehr gut zu gefallen bei steigenden Wassertemperaturen und milderen Wintern, verursacht durch den Klimawandel.
Die Verwertung und das geziele Angeln auf Grundeln ist bei den Hobbyanglern im Norden jedoch noch nicht so verbreitet, dabei sind die kleinen Fischchen paniert und gebraten oder auch frittiert ein absolut empfehlenswerter Leckerbissen.
Und noch eine neue Art in unseren Gewässern
Ein noch relativ junger Neozoen in den Norddeutschen Gewässern ist der Wolgazander. Ein Fisch, der als Zufallsfang beim Angeln erst um das Jahr 2015 im Mittellandkanal in Niedersachsen gemeldet wurde. Die Wolgazander leben eigentlich im Bereich von Donau und Wolga in Ostereuropa, doch anscheinend sind diese Fische über Wasserwege und Wasserstraßen, wie zum Beispiel Verbindungskanälen, zu uns gekommen. Diese kleine Zanderart wird inzwischen auch im Hamburger Hafen häufig geangelt. Da diese kleinen Raubfische invasiv sind, gilt für diese Fischart keine Schonzeit und auch kein Entnahmefenster. Ob und welchen Einfluss sie auf unsere Ökosysteme haben und Konkurrenz sind für unsere hemischen größeren Zander, ist bisher noch nicht erforscht, dazu fehlte es eben einfach an ausreichend gesammelten Daten in so kurzer Zeit.
Die Regenbogenforelle, die Schwarzmundgrundel und der Wolgazander sind nur drei Beispiele, die uns beim Angeln im Norden beschäftigen und häufig begegnen. Mal erwünscht und mal verteufelt. Anglerisch und kulinarisch in jedem Fall eine willkommene Herausforderung, ohne immer Schaden im Ökosystem anzurichten weil man sie entnimmt - eher im Gegenteil.

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