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Fischbestände in der Unterelbe extrem eingebrochen

Die Unter-Elbe, zwischen der nördlichen Stadtgrenze und ihrer Mündung bei Cuxhaven in das Wattenmeer, war Gegenstand einer wissenschaftlichen Studie mit erschreckendem Ergebnis. In seiner Doktorarbeit, in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels und der Universität Hamburg, verglich der Wissenschaftler Jesse Theilen die Daten der letzten 40 Jahre und unternahm mit seinen Kollegen zusätzlich zahlreiche aktuelle Untersuchungen.

Die Elbe im Süden der Hansestadt Hamburg aus der Luft fotografiert.
Die Elbe, der zweitgrößte Fluss Deutschlands, und ihre Fischbestände leiden extrem (Bild: Volker Hämmerling)

Die Elbe legt als Fluss von ihrer Quelle in unserem Nachbarland Tschechien bis in den Hamburg Hafen rund 1.000 Kilometer zurück. Das Wasser des zweitgrößten Flusses Deutschlands hat bis in die Hansestadt bereits sehr viel mitgemacht und ist dann schon dementsprechend verunreinigt. Erschwerend hinzu kommt die tägliche Belastung durch die sogenannte Tide. Die Tide bezeichnet den Gezeitenstrom, hervorgerufen durch Anziehung des Mondes und Rotation der Erde, der im andauernden Wechsel zwischen Flut und Ebbe hin und her wandert. Und mit jeder Flut salziges Wasser der Nordsee einträgt und ein sogenanntes Brackwasser bildet.

Rückgang der Stinte ist beunruhigend bis bedrohlich für diese Fischart

In seiner publizierten Doktorarbeit legt Jesse Theilen zusammen mit seinen Kollegen vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels und der Universität Hamburg dar, dass die Fischbestände der Unterelbe in den letzten 20 Jahren um insgesamt 90 % zurückgegangen sind. Am allerschlimmsten trifft es die dort noch existierenden Stinte, die einst das Leben in und an der Elbe biologisch und fischreilich ausmachten und früher zu Millionen in den Fluss zum Laichen (Eiablage) aufstiegen.

Die Ursache ist bekannt und längst erforscht

Für den angewachsenen Schiffsbetrieb und immer größer werdenden Container-Riesen und Kreuzfahrtschiffe mit ordentlich Tiefgang, wird die Elbe in ihrem Unterlauf vor den Toren der Stadt seit Jahren fleißig ausgebaggert. Die Tiefe des Flusses wird für die großen Schiffe künstlich erhöht, und damit leider auch der Tidendruck, so dass die Wassermengen und deren Fließgeschwindigkeit deutlich angestiegen sind. Dieses ständige Bewegen von Erdmassen und gelöstem Schlick am Grund des Flusses bleibt nicht ohne Folgen. Der feine verwirbelte Schlamm wird mit jeder auflaufenden Flut in alle Bereiche der Elbe bis ins Hinterland transportiert. Sinkt dann überall ab, und legt sich auf alles, was den natürlichen Flussgrund in seinem Ursprung ausmachte. Strukturen, Tiere, Insekten und Pflanzen müssen, sofern sie es überhaupt noch können, mit der Schlickschicht unter Wasser leben.

Verbauungen, Begradigungen, Steinpackungen und steile Spundwände schaden dem Elbstrom, da kaum noch natürliche Uferbereiche zu finden sind. Das Wasser erwärmt sich im Sommer schneller und stärker, der Sauerstoff ist dann an vielen Tagen unterhalb vertretbarer Grenzen, so dass es in der Vergangenheit schon regelmäßig zu Fischsterben kam. Zur Zeit erarbeitet man Pläne und Vorschläge, wie man der Biodiversität der Elbe helfen könnte und sucht nach Renaturierungsmöglichkeiten. Obwohl man weiß, dass das Baggern dem Fluss schadet, und damit gegen Umwelt- und Tierschutz verstößt, hält man in Hamburg weiter daran fest.


Quellen: Anglerverband Hamburg e.V.; Anglerverband Niedersachsen e.V.

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