Kann man Bleie beim Angeln ersetzen?
- Volker Hämmerling

- 12. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Bleie gehören seit jeher zur Ausrüstung und als Werkstoff beim Angeln dazu. Mal als Bleigewicht für das Grundangeln (Grundblei), als Schrotblei für die Posenangelei (Schwimmertarierung) oder in Form gegossen als Kunstköder (z. B. PIlker) und vieles mehr.

Doch was ist Blei? Und warum ist es so umstritten?
Blei ist chemisch betrachtet ein Metall, genauer ein weiches, blaugraues Schwermetall der 4. Hauptgruppe (Symbol: Pb / Ordnungszahl: 82). Blei ist besonders schwer, da es eine sehr hohe Dichte besitzt (11,34 g/cm³), was es als Metall sehr interessant macht. Sein Schmelzpunkt liegt dafür relativ niedrig, wodurch der Energieaufwand geringer ist als bei anderen Metallen und es sich relativ einfach gießen oder mechanisch verformen lässt. so weit zu den technischen Fakten. Allerdings ist Blei als giftig einzustufen und kann Krebserkrankungen als auch genetische Defekte auslösen. Um Schwermetalle wie Blei so wenig wie möglich in den Umlauf und in die Natur zu bringen, versucht man seinen Einsatz und den freien Handel europaweit einzuschränken. Als Werkstoff ist Blei aber nicht überall wegzudenken, da es zum Beispiel die radioaktive Strahlung (sehr kurzwellig) wegen seiner hohen Teilchen-Dichte sehr gut absorbiert und somit in der Medizin, bei Röntgengeräten, verbaut wird und in Batterien (Blei-Akkumulatoren) benötigt wird.
Die Europäische Union (EU) will ein schrittweises Verkaufsverbot für bleihaltiges Angelzubehör anstreben und entsprechende Beschlüsse auf den Weg gebracht. Ein Ziel der EU ist es, dass Blei und bleihaltige Produkte aus dem Einzelhandel nach und nach verschwinden.
Für Angelnde, die bereits Bleie und entsprechende Materialien besitzen, bestehen bisher keine Einschränkungen oder Einsatz-Verbote. Dennoch wird appeliert, den Einsatz zu überdenken, da Bleie und Bleireste in der Natur auch Pflanzen und Tierwelt beeinträchtigen oder schädigen kann und letztlich über die Nahrungskette früher oder später auf unseren Tellern landet.
Für Blei-Gewichte und Angelutensilien mit Blei gibt es eine Reihe von Ersatzstoffen , also Metalle wie Zinn, Wolfram oder Stahl und diverse Legierungen (Mischformen) oder alternative Lösungen, wie zum Beispiel die Verwendung von Natursteinen oder auch spezielles Glas (Porzellan) in der Grundmontage beim Angeln. Viele Kleinteile im Fachhandel für Angelgeräte sind heute schon bleifrei und durch Ersatzstoffe ersetzt worden - also achtet beim nächsten Einkauf einmal darauf und wählt am besten gleich die umweltfreundlichere Variante.
Quellen: Deutscher Angelfischerverband e. V.; Anglerverband Hamburg e. V.; ECHA europa.eu




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