Wilde Kanus in Uferzonen stören und zerstören
- Volker Hämmerling

- 14. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Hamburg gilt als die brückenreichste Stadt Europas. Und dort wo es Brücken geben muss, existieren viele Seen, Flüsse, Bäche, Kanäle, Gräben und Fleete die nicht nur überquert werden, sondern auch besonders gerne befahren sind. Die einstigen Hamburger Wasserstraßen sind heute ein wunderbares verzweigtes Netz, was insbesondere dazu beitragen dürfte, warum die Hansestadt so attraktiv ist. Dieses Wassernetz trägt nicht nur zum Wohlbefinden der Bewohner bei, sondern bietet sehr viele grüne Uferbereiche, in der die Natur und ihre individuellen Ökosysteme sehr gut funktionieren, besondere Flora und Fauna sich prächtig entwickelt haben und Rückzugsorte finden.

Laut Bundesnaturschutzgesetz sind natürliche Uferbereiche und Röhrichtzonen an allen Gewässern bundesweit besonders geschützt (§ 61; Freihaltung von Gewässern und Uferzonen). In der Freien und Hansestat Hamburg stehen diese Uferzonen als verbindende grüne Adern unter besonderer Beobachtung der zuständigen Ämter und Behörden (BUKEA), da man durch ihren Verbund mittlerweile über 20 % der Stadtfläche als ökologisch wichtige Gebiete aufgezeichnet hat, hegt und pflegt (Verbundsystem von Hamburg).
Veränderte Nutzung von historischen Wasserstraßen
Was einst als Wasserstraßen für den leichteren Transport von Waren diente, sind heute hübsche bewachsene Bänder zwischen privaten Gärten und den hübschen Altbauten oder in denen attraktive Hausboote neben Bürofenstern ankern und schicke Cafés zum Verweilen oder sehen-und-gesehen-werden einladen. Wertvolle Stadtnatur für Jede und Jeden, die wir beschützen und achten sollten.
Traditionell sind die Ruderclubs und Segelvereine der Stadt rund um die Alster und der Elbe angesiedelt. Dazugekommen sind über die letzten Jahrzehnte neue Freizeitkapitäninnen und Bootsführer mit ihren Kanus, Kajaks, Faltbooten, Stand-Up-Paddler, Schlauchboote und ebenso Angelboote. Diese sind an manchen Sommerwochenenden teilweise schon so dicht, dass man das Wasser kaum noch sieht. Und dort, wo viele Menschen zusammenkommen, entstehen leider zahlreiche Probleme unter denen besonders die Natur der Uferzonen leidet.
Illegal abgestellte Boote, Kanus und SUP
In Hamburg wurden über die letzten Jahre mehr und mehr private Kanus an den Ufern abgestellt oder sogar angekettet. Diese Parkmethode ist allerdings weder gestattet noch gut für die eh schon belasteten Gewässer-Grünstreifen. Die Stadt hat im Frühjahr 2026 über 800 illegal abgestellte Kanus an den Wasserstraßen erfasst und diese daraufhin markiert. Seit Juli 2026 werden die ersten falschparkenden Kanus abtransportiert. Die sichergestellten Kanus werden von der Stadt für 6 Monate zwischengelagert, falls sich die Eigner noch melden und ihr Sportgerät gegen eine Gebühr und einem Eigentumsnachweis wieder abholen wollen. Für gesunde Uferzonen und ein ökologisch intaktes System in einer urbanen Gesellschaft wird also stetig was getan. Quelle: BUKEA Hamburg, Norddeutscher Rundfunk




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