Wie sehr stören Angler am Gewässer die Natur?
- Volker Hämmerling

- vor 5 Tagen
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Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung 2026 des Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV) wurde der jährliche Förderpreis an Dr. Malwina Schafft überreicht. Die Wissenschaftlerin hat in ihrer Doktorarbeit unter anderem den Einfluss von Anglerinnen und Angler an Gewässern ganz genau unter die Lupe genommen. Aber nicht nur die Angelnden dazu betrachtet, sondern sie mit anderen Nutzergruppen, wie zum Beispiel Badegästen, Spaziergängern, Joggern sowie verschiedene Wasserportarten am, im und auf dem Wasser verglichen und gegenübergestellt.

Die Doktorantin Malwina Schafft hat unter der Betreuung von Professor Dr. Robert Arlinghaus am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) ein spannendes und gefragtes Thema erforscht. Die genaue Fragestellung ihres wissenschaftlichen Werkes lautete:
Freizeitökologie: Auswirkungen des Freizeitangelns und anderer wasserbezogener Aktivitäten auf die Biodiversität in Süßgewässern (Recreation ecology: impacts of recreational angling and other water-based activities on freshwater biodiversity).
Dr. Malwina Schafft und ihre Kollegen untersuchten also die Einflüsse und Störungen von verschiedenen Freizeitaktivitäten und auch des Angelns. Zusätzlich wurden weltweite Ergebnisse zusammengetragen und mit in ihrer Arbeit ausgewertet.
Freizeitaktivitäten ein Störfaktor für die Natur am Gewässer?
Heraus kam, dass das Angeln am Ufer zu den am wenigsten störenden Aktivitäten gehört.
Während besonders Sportarten auf dem Wasser und freilaufende Hunde die Flora und Fauna am meisten beeinträchtigen oder Wasservögel in ihrem Verhalten stark beeinflussen.
Das Baden und Sportgeräte am Ufer die Strukturen am stärksten belasten oder sogar zerstörten.
Interessant an dieser Studie ist, das Dr. Malwina Schafft nach eigener Aussage selbst keine Anglerin ist und sie es als eigenes Hobby gar nicht interessiert. In ihrer Doktorarbeit legt sie ebenfalls dar, dass die positiven Effekte von Angelvereinen und -Verbänden im Falle von übermäßigen Verboten durch Naturschutzmaßnahme wegfallen würden, wodurch Hege und Pflege der Angler vermutlich keinen Ersatz mehr findet. Verbote sind daher kaum ein Mittel, es sei denn, es betrifft alle Nutzergruppen.
Um zukünftig Gewässernutzung nachhaltig zu gestalten, erfordere es ein aufwendiges Management und ebenso gute Fischereimaßnahmen, für die sich Angler seit jeher schon einsetzen aber viel zu selten der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Angelvereine und Angelverbände investieren jährlich in Gewässer mit Mitteln und Arbeitskräften, wie sonst kaum jemand.
Link zur Doktorarbeit von Dr. Malwina Schafft: https://doi.org/10.18452/30903
Text: Volker Hämmerling, dieangelschule Hamburg, 2026 Quellen: Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV) ; Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)




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