Gibt es giftige Fische in Deutschland?
- Volker Hämmerling

- vor 2 Tagen
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Aktualisiert: vor 19 Stunden
Eins vorweg, das Fleisch aller heimischen Fischarten in Mitteleuropa ist genießbar und unbedenklich. Die Gefahr lauert gafür ganz woanders, denn gibt es ein Risiko im Wasser, das vielen nicht bekannt ist. Das Petermännchen, eine kleine Fischart, die weltweit an so gut wie allen Küsten vorkommt, trägt giftige Stacheln, die einem Menschen unter Umständen sehr gefährlich werden können.

Petermännchen sind bodenorientierte Fische, die mit ihrer gestreckten, keilförmigen Anatomie am Gewässerboden nach Nahrung suchen. Sie sind kleine Raubfische, die es dabei auf Krebse, Garnelen oder Jungfisch abgesehen haben. Für die Jagd sind sie meist eher nachtaktiv und kommen erst bei eintretender Dämmerung aus ihren Verstecken.
Im Sommer liegen sie im flachen Wasser, auf Sandbänken und vor Stränden, im feinen Sand gerne bis zu den Augen eingegraben. Dort ruhen sie dann tagsüber, die leichte Deckung suchend, ohne dort mit großen Fressfeinden, badenden Menschen oder Hunden zu rechnen.
Gift-Stacheln an der Rückenflosse und an den beiden Kiemendeckeln
Sein Gift ist das stärkste, was die Natur in Deutschland zu bieten hat. Kein heimisches Insekt und keine Schlange in Mitteleuropa kann nachweislich so viel Schaden anrichten wie diese unscheinbaren kleinen Fischchen. Dennoch sollte man das Petermännchen nicht verteufeln oder überbewerten. Denn wer die Gefahr kennt, kann sich entsprechend schützen und damit umgehen. Das Gift des Petermännchen sitz in den spitzen Flossentrahlen der ersten Rückenflosse und an den äußeren Enden der Kiemendeckel.
Vorsicht beim Baden und Angeln an der Küste, besonders im Sommer
Beim Baden sollte man daher immer Badeschuhe tragen, damit man nicht ausversehen auf ein Petermännchen tritt und der Strandtag ein böses ende nimmt. Beim Angeln können Handschuhe oder ein Lappen in der Ausrüstung helfen, um damit das Petermännchen verletzungsfrei vom Haken zu lösen und eventuell zu verarbeiten.
Passiert es doch, und es kommt zum Stich beim Baden, Wassersport oder Angeln, sind Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Hilfreich ist ein Wärmestift oder die Sofortanwendung von Hitze an der Stichstelle. Durch Erwärmung des Giftes über 75° Celsius gerinnen die fremden Eiweißstoffe, und können sich so nicht weiter im Gewebe ausbreiten. Anschließend sollte die Stelle gekühlt werden, damit sich die durchblutenden Adern zusammenziehen, so gelangt weniger Gift in den Körper.
Der Stich sollte von einem Arzt untersucht und behandelt werden, da Schäden an den Nerven zurückbleiben können. Betroffene berichten von bleibenden Lähmungserscheinungen und Empfindungsstörungen noch Jahre später. Bei Gefahr von allergischen Reaktionen immer einen Rettungsdienst oder Notarzt rufen. Zu viel Hilfe ist manchmal besser als zu wenig, und an den Küsten sowie Badestränden kennt man den Fisch und seine Stacheln.
Beim Angeln an der Küste können Petermännchen mancherort häufig am Haken hängen.
Das Fleisch des Petermännchen ist genau so genießbar und lecker wie bei anderen Meeresfischen auch. Trennt man also den Kopf ab und schneidet die vordere Rückflosse samt Giftstacheln vorsichtig ab, kann er lecker zubereitet werden, zum Beispiel zum Abschluss eines erfolgreichen Angeltages fangfrisch auf dem Grill.
Text: Volker Hämmerling, dieangelschule Hamburg 2026




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