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Ballaballa Ballast, die Last mit fremden Organismen

Große Schiffe transportieren große Lasten. Doch wenn in einem modernen Schiff einmal zu wenig verladen wurde, oder die Ladung eines Schiffes ungleichmäßig in seinem Rumpf verteilt ist, werden heutzutage die dafür vorgesehenen Ballastwassertanks im Schiffsrumpf mit Wasser aufgefüllt. Diese Methode des Ballastwasserladens ermöglicht es, eine bessere Gewichtsverteilung im Schiffskörper zu erzeugen. Die riesigen Schiffskörper liegen dadurch gerader, stabiler und sicherer im Wasser. Ihre Verdrängung im Wasser ist dann optimierter und die Stromlinienform des Rumpfes unter Wasser viel effizienter. Man hat herausgefunden, dass moderne Schiffe, häufig mit einem Wulstbug ausgestattet - dieser merkwürdigen stählernen runden "Nase" an der Vorderseite - viel weniger Treibstoff benötigen und somit verbrauchsärmer betrieben werden.


Den Hamburger Hafen laufen jährlich alleine über 3.500 Containerschiffe an. Foto: Volker Hämmerling, dieangelschule.de
Den Hamburger Hafen laufen jährlich alleine über 3.500 Containerschiffe an. Foto: Volker Hämmerling, dieangelschule.de

Doch Ballastwasser, das über die Ozeane in andere Regionen und zu anderen Kontinenten transportiert wird, bringt Probleme und manchmal Gefahren für die Umwelt. In der EU wird der Umgang mit dem Ballastwasser seit 2013 länderübergreifend reglementiert (zum Beispiel mit dem internationalen Ballastwasser-Übereinkommen). Um der möglichen Gefahren des Ballastwasser aus internationalen Häfen Herr zu werden, gibt es weltweit entsprechende Vorgaben und Verordnungen für die Betreiber der Handelsschiffe bzw. Reedereien im Interesse aller. Nicht, um Schiffsreedereien zu ärgern oder mit unnötigen Mehrkosten zu belasten, sondern um den ungewollten Import fremder Organismen an unseren Küsten und in den Häfen zu unterbinden. Damit einher geht eine Meldepflicht für alle Schiffe, die generell mit Ballastwasser unterwegs sind, oder dies aus logistischen Gründen an einem europäischen Hafen entladen wollen. Bei ganz großen Pötten sind bis zu 100.000 Tonnen Ballastwasser und mehr möglich. Unzählige kleine Tiere, Larven, Pflanzen aber auch Viren und Bakterien werden dabei mit in die Tanks gepumpt.


Durch Ballastwassertransporte bzw. das unkontrollierte Ablassen von Wasserladungen aus fremden Regionen der Welt, wurden bereits invasive Arten an den Küsten und in die großen Flüsse von Europa eingeführt. Der Schutz der Ökosysteme und unserer Gewässer dient auch der Abwehr gegen gebietsfremde Arten, der Ausbreitung von neuen Krankheiten sowie drohender Seuchen. Neben Tieren und Pflanzen sind auch Algen, Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten oder Schadstoffe denkbar.

Eingewanderte Arten stören und zerstören

Ein sehr bekanntes Beispiel für eine typisch invasive Art (Neozoen), die als Blinder Passagier einst zu uns nach Mitteleuropa kam, ist die chinesische Wollhandkrabbe. Diese kleinen Krabben, eigentlich nur an den Küsten Chinas beheimatet, wurden durch das fremde Ballastwasser der Handelsschiffe schon im ausgehenden 19. Jahrhundert zu uns transportiert. Heute richten die chinesischen Wollhandkrabben hohe Schäden in unseren Gewässern an und sind bis weit ins hohe Binnenland gewandert, um sich aus eigener Kraft sogar in Teichen und Seen anzusiedeln. Für Fische und ihre Brut, so heißt es, interessieren sich die Krabben allerdings weniger, da sie pflanzliche Nahrung bevorzugen. Problematischer ist ihre Nahrungskonkurrenz zu heimischen Tieren und der vermehrte Bau ihrer Wohnhöhlen im Uferbereich und der damit verbundenen Schäden.

Ebenfalls führt man die starke und schnelle Verbreitung der kleinen Dreikantmuscheln auf die unkontrollierte Verklappung von Ballastwasser zurück. Dreikantmuscheln besiedeln heute so gut wie alle Wasserstraßen, ihre Verbindungen und große Seen Europas, mit teilweise drastischen Folgen. Unter den Dreikantmuscheln gibt es verschiedene Arten, wie zum Beispiel die Brackwasser-Dreikantmuschel, die Wandermuschel (Zebramuschel) oder die Quagga-Muschel. Auch Mikroorganismen, Parasiten, Krankheiten und Vieren könnten theoretisch durch das Ballastwasser von einem Kontinent zu einem anderen unbemerkt und ungewollt einreisen, die wir bis heute noch gar nicht kennen.

Maßnahmen in unseren Häfen

In Hamburg gibt es von der zuständigen Behörde seit 2024 eine eigens dafür eingerichtete Website und eine Fachabteilung mit entsprechender Spezialisierung beim Personal und in der Ausrüstung. Ballastwasser wird im Hamburger Hafen technisch aufbereitet, gereinigt oder nötigenfalls desinfiziert. Für die Aufbereitung des Ballastwassers besitzen die großen Schiffe heute besondere Behandlungsanlagen (Ballastwasser-Behandlungssysteme; BWMS) oder können gegen Gebühr in den Häfen bereitsgestellt werden. Schiffe, die ihr Ballastwasser nicht den Behörden melden droht ein Bußgeld. Schiffe die ihr Ballastwasser einfach entsorgen, drohen entsprechende juristische Verfahren und meistens hohe Strafzahlungen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden der zuständigen Hamburger Behörde bereits drei Fälle von der unerlaubten Enleitung von Ballastwasser in die Elbe bekannt und zur Anzeige gebracht. Welche Bußgelder oder Strafen den Reedereien dafür droht, ist leider nicht bekannt.


Autor: Volker Hämmerling, dieangelschule Hamburg

Quellen: Bundesamt für Seeshifffahrt und Hydrographie; BUKEA Hamburg; Norddeutscher Rundfunk NDR


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